Crusing for Snoozing!

15033959_1160238120727572_1242966234_oDie erste Woche mit den Kaninchen war sehr besonders und sehr anstrengend und hat uns mehr über uns selbst verraten als wir wissen wollten. Nach zwei Tagen war unsere WG bereits in einem Ausnahmezustand. In der Spüle stapelte sich der Abwasch, in dem Flur lagen Kleidungsstücke wild durcheinander, das Stroh aus der Transportbox verbreitete sich mit grausiger Geschwindigkeit in der Wohnung. Zum Aufräumen fehlte uns schlichtweg die Kraft. Wir waren damit beschäftigt die Kleinen am Leben zu halten. Alle zwei Stunden wurde gefüttert und in der Nacht hatten wir Schichtdienst, in den Tagesstunden mussten wir versuchen irgendwie für die zweite Prüfungsphase des Sommersemesters zu lernen. A. musste eine Hausarbeit beenden, ich musste vier Tage die Woche arbeiten und für eine Klausur lernen. C. war nur noch eine Klausur von ihrer Bachelorarbeit entfernt und L. dachte sie hätte sich zu einer Klausur angemeldet auf die sie auch eifrig lernte (hatte sie leider doch nicht wie sich nachher herausstellen sollte…). 15044716_1160238060727578_2062343952_oL. war am Besten bei den Nachtschichten (ich habe es in der ersten Woche geschafft eine Fütterung nachts zu verschlafen und machte seitdem die Fütterungen morgens) und war unglaublich stoisch wenn es darum ging eine bestimmte Menge Milch in das Kaninchen zu bringen.

Die Jodelcommunity fieberte mittlerweile mit uns mit und verlangte immer vehementer nach den Kaninchenupdates. Während anfänglich noch oftmals gefragt wurde, wo die Kaninchen herkommen und warum wir die Kleinen nicht in eine Auffangstation oder ein Tierheim geben (ich versuche der Frage später noch ein eigenständiges Kapitel zu widmen), machte sich innerhalb der Woche eine gewisse Akzeptanz unter den Studenten breit. Wir haben viel Zuspruch erhalten und glaubt mir: den brauchten wir während der ersten Woche auch. Ernährt habe ich mich in der Woche vor allem von Früchtejoghurt. Man muss nichts vorbereiten und es ist der perfekte Snack zwischen den Fütterungen. 15044649_1160238064060911_1559093778_oIch mag mir gar nicht vorstellen, wie anstrengend Kinder sein müssen. Schreiende, jammernde Säuglinge die weder soviel Fell haben wie Nummer 1,2 und 3, noch so niedliche Ohren.

Unsere Highlights waren wenn die Kleinen auf uns eingeschlafen sind. Teilweise wurden sie während des Trinkens schon so müde, dass sie einfach so weggedöst sind mit der Pipettenspitze noch im Mund. Dann mussten wir sie wieder sanft wecken, damit sie ihre Mahlzeit beenden. Das Gähnen von den Kaninchen war herzzerreißend niedlich! Und da Kaninchen hoch soziale Tiere sind, haben sie sich auch immer wieder gegenseitig geputzt und sind dabei umgefallen, weil sie die Gesetzte der Schwerkraft noch nicht ganz verstanden haben. Wenn wir den Kleinen den Bauch massiert haben um die Verdauung in Schwung zu bringen haben sie manchmal unsere Hand abgeleckt, als würden sie auch uns putzen. Kleine Kaninchenzungen sind einfach nur goldig!15034097_1160238037394247_649457556_o

Wir hatten große Schwierigkeiten in der ersten Zeit Familie und Freunde davon abzuhalten invasives Kaninchenkuscheln zu betreiben. Die Katzen schauten uns nur noch vorwurfsvoll an, wenn wir aus dem Wohnzimmer, dem auserkorenen Kaninchenquatier, herauskamen Die Beiden wussten, das etwas grundlegend falsch läuft und Gwyn machte jedes Mal wenn ich zu der Fütterung gegangen bin einen heiden Lärm vor der verschlossenen Tür. Die Kaninchen störte das nicht, aber für die Nachtschicht war der Lärm um 6 Uhr morgens eine Qual.

15725395_1206771506074233_1471923762_o1Anstatt der großen, klobigen Tieraufzuchtflasche hatte unsere Vermieterin uns ein 50er Pack Plastikpipetten mitgebracht. Von der Zootierhandlung holten wir uns noch Pipettenaufsätze zum Nuckeln und die drei Kaninchenjungtiere haben zum Glück nach wenigen Tagen alle die Pipette akzeptiert. Nummer 3 hat sich zwar lange gesträubt, aber nach fünf Tagen hat auch er eingesehen, dass es nichts bringt die Milch zu verweigern.

Gwyn hatte unterdessen ein reges Interesse an Plastikpipetten entwickelt und damit angefangen jede Pipette, die wir in der Küche nach dem auskochen liegen gelassen haben wie eine ihrer Spielzeugmäuse durch die Wohnung zu jagen und mir als „Geschenk“ ans Bett zu bringen. Sie trieb den Pipettenfanatismus so weit, dass sie irgendwann einen der Plastiknuckel in kleine Stückchen zerbiss und auffraß. Seitdem wird sie für jedes bisschen Plastik, das sie in den Mund nimmt böse ausgeschimpft.

Für die Kaninchen kaufte ich Mitte der ersten Woche ein Kaninchenkäfig, damit die Kleinen die Chance haben aus ihrer muffigen Transportbox herauszukommen. Der Käfig wurde stolz im Wohnzimmer aufgestellt und mit Stroh bewohnbar gemacht. Wir saßen gemeinsam im Zimmer und haben Nummer 1, 2 und 3 den großen Auslauf gezeigt. Nachdem wir uns über unseren Tag ausgetauscht und ein wenig Kakao getrunken haben, war nur noch Nummer 1 im Käfig. Die Gitterstäbe waren zu weit auseinander und die kleinen Kaninchen haben in ihrem Erkundungseifer die Grenzen des Käfigs ignoriert. Nummer 3 hüpfte um C. herum und konnte leicht eingefangen werden. Nummer 2 hatte sich unter das Sofa verzogen und auch nicht vor dort wieder herauszukommen. Nummer 1 war im Käfig auf dem Stroh eingeschlafen…

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